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Titelbild der Informationsbroschüre Unsere Marsch
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Sprecherin der Bürgerinitiative:

Gisela Lohße-Trommsdorff

Ortwisch 54
28307 Bremen

Tel.: home0421.487449
EMail:

Kontaktdaten bei bremen.online

Rettet die Marsch

Unsere Wesermarsch soll insgesamt von Hemelingen über Arbergen und Mahndorf entlang der Autobahn bis an die Landesgrenze zu einem riesigen zusammenhängenden Gewerbegebiet erschlossen werden.

Die Hemelinger Marsch wurde bereits durch Gewerbeansiedlungen zerstört.

Zusätzlich wurde mit dem Bau einer Trainingsbahn für Rennpferde in der Arberger und Mahndorfer Marsch begonnen. Der Landschaftsschutz für die 50 ha große Anlage wurde bereits aufgehoben. Im Lärmschutzwall für die Rennpferde sind Asbest und krebserzeugende Kohlenwasserstoffe verarbeitet worden.

Die BürgerInnen haben genug vom ohnehin schon bestehenden Auto-Flug- und Eisenbahnlärm, dem immer stärker werdenden Gewerbe- und Berufsverkehr und dem damit verbundenen Dreck und Gestank.

Der Verlust der Naherholungsgebiete Arberger und Mahndorfer Marsch wird die Lebens- und Wohnqualität noch weiter verschlechtern, wenn SPD und CDU ihre Pläne verwirklichen und in der Marsch einen riesigen Industrievorort von Bremen entstehen lassen.

Bürger/innen, die es sich leisten können, besonders auch Familien mit Kindern, werden ins Umland auswandern, es bleiben die BremerInnen, die zu alt zum umziehen sind oder die es sich finanziell nicht erlauben können. In Hemelingen haben wir heute schon eine problematische Bevölkerungsstruktur.

Wir wollen keinen "Gewerbe Park", wir wollen die Marschgebiete so, wie sie jetzt sind erhalten und die landwirtschaftliche Nutzung beibehalten. Wir wollen auch, dass der dörfliche Charakter bei uns erhalten bleibt, dazu gehört die Sicht vom Deich aus auf die Kirche und die Mühle. Der Erlebnisraum "Flusslandschaft Weser" muss nicht für viel Geld geschaffen werden, wir haben ihn jetzt, für alle gut zugänglich. Das sind Dinge mit denen sich die BürgerInnen, die hier wohnen, identifizieren können, und so entstehen Bindung zu einem Wohnquartier, Fabrikhallen, wie in der Hemelinger Marsch, wirken abschreckend.

Wir sind selbstverständlich auch an neuen und der Erhaltung vorhandener Arbeitsplätze interessiert, aber, voll erschlossene Gewerbegebiete gibt es in Bremen reichlich, z.B. Bremer Industriepark, Überseestadt, Vulkan Gelände, Airport-Stadt, GVZ und viele kleinere Gewerbegebiete innerhalb der einzelnen Stadtteile, diese Gebiete müssen zuerst vermarktet werden, so dass es nicht notwendig ist, Gewerbegebiete auf der grünen Wiese (bei uns bestes Ackerland) zu bauen. In diesem Zusammenhang muss dringend auch über die Frage diskutiert werden: „Wie viel Gewerbeflächen braucht Bremen tatsächlich?“ und wie wird hier die Agenda 21 behandelt? Der Flächenfraß in Bremen steht doch in krassen Widerspruch zum sparsamen Umgang mit Flächen. Es hat viel Zeit, Energie und Arbeitskraft gekostet, dass die betroffenen Marschflächen insgesamt unter Landschaftsschutz gestellt wurden, was bedeutet, dass diese Flächen Tabuzonen für jegliche Bebauung sind. Heute wird der Landschaftsschutz mit einem Federstrich wieder aufgehoben, Landschaftsschutzgebiete sind also Reserveflächen für spätere Bebauung, und das ist so nicht akzeptabel und hinnehmbar und sicherlich vom Gesetzgeber so nicht gewollt.

Die Hochwasser an Oder, Rhein und Elbe in den letzten Jahren haben gezeigt, dass das Versiegeln von Flächen entlang der Flüsse katastrophale Folgen nach sich zieht. Es ist höchste Zeit, mehr zum Schutz vor Hochwasser zu tun, auch deshalb darf unsere Marsch nicht bebaut werden. Die Flächen der Arberger und Mahndorfer Marsch wären im Fall eines Hochwassers ein geeignetes Überflutungsgebiet, um BremerInnen vor dem Wasser zu schützen.

Und zum Schluss noch einige Anmerkungen zur geplanten und schon im Bau befindlichen Trainingsbahn für Galopppferde.
Nach Auskunft eines Trainers der Rennbahn in der Vahr ist es durchaus möglich und auch sinnvoll, den Trainingsbetrieb dort weiterzuführen, trotz Hotelneubau. Eine zweite Rennbahn wird viel zu teuer.

Das öffentliche Auslegungsverfahren (Änderung des Bebauungsplanes, Aufhebung des Landschaftsschutzes) ist noch nicht abgeschlossen. Trotzdem wurde mit dem Bau der Trainingsbahn in der Marsch begonnen. So werden Tatsachen geschaffen, die mögliche Einwände von BürgerInnen als Farce vorkommen lassen. Uns bleibt es unverständlich, dass die privaten Interessen des Rennvereins über die des Allgemeinwohls gestellt werden.

Die Bürgerinitiative "Erhaltung der Wesermarsch im Bremer Osten" und der Arbeitskreis "Rettet die Marsch" fordern:

  • Keine weitere Gewerbeansiedlung in der Marsch
  • Keine Zerstörung des Naherholungsgebietes
  • Baustopp für die Galopp-Trainingsbahn in der Marsch
  • Wiederherstellung des Landschaftsschutzes
  • Hochwasserschutz

Bremen, den 05.11.2002


Internet Umsetzung:
Dipl.-Inform. Kai Hofmann, [hofmann@hofmann-int.de] - Bremen, 2007-12-02