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Titelbild der Informationsbroschüre Unsere Marsch
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Sprecherin der Bürgerinitiative:

Gisela Lohße-Trommsdorff

Ortwisch 54
28307 Bremen

Tel.: home0421.487449
EMail:

Kontaktdaten bei bremen.online

Die Bürgerinitiative "Erhaltung der Wesermarsch im Bremer Osten" hat sich im Januar 1998 gegründet, nachdem bekannt wurde, dass die Arberger und Mahndorfer Marsch im Anschluss an die Hemelinger Marsch auch als "Gewerbepark Hansalinie" erschlossen werden soll. Unser Ziel ist

  • Öffentlichkeit herzustellen und
  • die Marschbebauung zu verhindern

Von Seiten der Politik gab es bis jetzt nur eine grössere Informationsveranstaltung über die geplante Bebauung der Marsch, nämlich eine Einwohnerversammlung, die auf Drängen unserer Bürgerinitiative hin im Juni 1998 vom Ortsamt in der Schule an der Drebberstraße veranstaltet wurde.

Wir als Initiative haben viele Veranstaltungen und Aktionen durchgeführt und haben uns bemüht, von uns gesammelte Informationen an die BürgerInnen weiterzugeben. Hier nur einige Beispiele;

  • Schilder in der Marsch aufgestellt
  • geführte Fahrradtouren durch die Marsch
  • Stand auf dem Arberger Dorffest
  • 4.000 Unterschriften gegen die Marschbebauung gesammelt
  • Vor der Bürgerschaftswahl Info Stände vor dem Bremer Rathaus
  • an alle Bürgerschaftsabgeordneten einen Brief geschrieben
  • Beteiligung an einer Ausstellung in der unteren Rathaushalle
  • Presseerklärungen etc.

Inzwischen sind grosse Teile der Arberger und Mahndorfer Marsch nach einem Beschluss des sog. "Wirtschaftskabinetts" im Dezember 98 von der BIG (Bremer Investitionsgesellschaft) aufgekauft worden. Ein undemokratischer Vorgang, nicht einmal die zuständigen SenatorInnen für Bau und Umwelt gehören dem sog. Wirtschaftskabinett an, und hier handelt sich schließlich um die Bebauung von Landschaftsschutzgebieten!

Das geplante Gewerbegebiet hat eine gigantische Grösse, und lässt von unserer Marschlandschaft so gut wie nichts übrig. Die Längsausdehnung von ca. 4 km entspricht etwa der Strecke Stephaniebrücke bis zur Erdbeerbrücke. Sogar die Planer warnen vor Monotonie, denn mit Gewerbegebieten dieser Grössenordnung gibt es keine Erfahrung, aber, die Bremer trauen sich das zu!

Und damit nicht genug.

Zusätzlich zu der Gewerbeansiedlung, die von uns aus hinter der Autobahn geplant ist, soll nun auf einer Fläche von ca. 50 ha vor der Autobahn ( das entspricht etwa der Grösse des Technologieparks) auch noch eine Trainingsbahn für 240 Rennpferde gebaut werden, mit Ställen, Wohnungen für die Angestellten, Parkplätzen und einer Tierklinik.

Die Arberger Kirche , die in der Marsch Grundstücke besitzt und diese nicht verkaufen will, hat erreicht, dass die Bauarbeiten der Trainingsbahn, die im Oktober 2000 beginnen sollten, verschoben wurden und eine Umplanung erfolgte.

Politiker der Grossen Koalition sind vor Jahren angetreten, mit dem Ziel, Bremen zu sanieren und begründen den Flächenfraß damit, dass durch das Anbieten von neuen Gewerbeflächen die Schaffung von 35.000 Arbeitsplätzen bis zum Jahr 2007 möglich sei, und dadurch ca. 40.000 Neubürger nach Bremen kommen.

Diese unrealistischen Zahlen sind inzwischen vom Tisch, statt dessen heisst es: die jetzige Einwohnerzahl soll gehalten werden!

Auch die Arbeitslosenzahl hat sich in den letzten Jahren nicht verringert und liegt konstant bei ca. 13%. Eine Aussage darüber, wie viele Arbeitsplätze bis jetzt tatsächlich neu geschaffen oder abgesichert wurden, welche Mittel dafür aufgewendet wurden und wie viel Fläche dafür verbraucht wurde, liegt uns nicht vor.

  • Flächen neben der Autobahn sind das geeignete Ansiedlungsgebiet, und auf der grünen Wiese zu planen ist einfacher und billiger für Grossunternehmen.
  • Wir meinen, dass zuerst die Industriebrachen vorrangig genutzt werden müssen, davon gibt es in Bremen mehr als genug.
  • Bremen muss mit seinen Nachbargemeinden im Anbieten von Gewerbeflächen konkurrieren.
  • Wir meinen, Bremen hat nur noch begrenzt Flächen zur Verfügung, und kann den Flächenpoker mit Niedersachsen nie gewinnen.
  • Und vielleicht wollen sich einige Politiker auch ein Denkmal ihrer Macht setzten, und sie rechnen damit, dass dann die neue Strasse im Gewerbegebiete nicht Europa-Allee heisst, sondern in Scherf-Hattich- Allee umbenannt wird.

Das Landschaftsschutzgebiet Arberger und Mahndorfer Marsch ist nicht nur das einzige Naherholungsgebiet, das unser Stadtteil aufzuweisen hat, es ist auch für rastende Zugvögel von Bedeutung. Landschaftsschutz- und Naturschutzgebiete sind Tabuzonen für bauliche Nutzung. Diese Flächen dürfen nicht als Flächenreserve für den Bremer Staat herhalten.

Hemelingen, Arbergen und Mahndorf sind schon jetzt von Industrie und Gewerbe durchsetzt. Die Umsetzung der vorgestellten Planung bedeutet den totalen Verlust der Wohn- und Lebensqualität. Die unwiederbringliche Zerstörung von Natur in unserem Stadtteil bedeutet ein weiteres Abwandern von BremerInnen ins Umland und gerade die Abwanderung soll ja gestoppt werden.

  • Unser Stadtteil ist vielen Lärmquellen ausgesetzt,
  • die Autobahn ist eine permanente Lärmquelle für alle,
  • zwei Eisenbahnlinien durchschneiden unser Wohngebiet
  • wir haben die An- und Abflugschneise über unseren Dächern
  • wir haben überlastete Strassen mit Staus, ( Weserpark, Daimler Chrysler aber auch erhöhter Individualverkehr durch die verdichtete Wohnbebauung in Arbergen und Mahndorf)

Durch den geplanten Industriestadtteil und die geplante Wohnbebauung der Osterholzer Feldmark vor unserer Haustür, wird ein erweitertes Strassennetz entstehen, das sehr starke Verkehrsbelastung mit sich bringt, z.B. ist in der Koalitionsvereinbarung von SPD und CDU der Ausbau der Autobahn auf 8 Spuren vereinbart. Der zusätzliche Lärm und Dreck ist für die Menschen, die hier leben, unerträglich.

Die vom Senat unterzeichnete "Agenda 21" fordert den sparsamen Umgang mit Flächen. Der hier geplante unsinnige Naturverbrauch für neue Gewerbegebiete steht im krassen Widerspruch zur Agenda 21. Es ist falsch, wenn unser kleines Bundesland Bremen sein grünes Kapital verschleudert und sich in Flächenkonkurrenz mit Niedersachsen begibt. Die vielen Hochwasser der letzten Jahre zeigen deutlich, wie wichtig es ist, Flüssen Flächen zum Ausbreiten zu geben. Die Marsch ist eines der letzten Gebiete, wo Bremen seinen Teil zu einem modernen Hochwasserschutz beitragen könnte.

  • Wir fordern nicht gegen die Bürger, sondern rechtzeitig mit den Bürgern zu planen.
  • Wir wollen, dass unser Naherholungsgebiet erhalten bleibt, unsere Lebensqualität gesichert wird und wir nicht gezwungen werden, ins Umland auswandern zu müssen.
  • Wir wollen, dass intelligente Alternativen entwickelt werden, z.B. gemeinsam mit den Umlandgemeinden Standorte für Gewerbegebiete zu finden statt gegeneinander in Konkurrenz zu treten.
  • Wir fordern den sparsamen Umgang mit Flächen und sind dagegen, dass die einflussreichen Politiker Bremen als Ware behandeln.
  • Wir fordern, dass die Pferde-Trainingsbahn dort gebaut wird, wo sie hingehört, nämlich ausserhalb Bremens aufs Land.
  • Wir, die wir hier wohnen, arbeiten und Steuern zahlen, wollen nicht, dass mit unserem Geld unsere Natur vernichtet wird.

Wir fordern alle auf, sich am Widerstand gegen die Bebauung der Marsch zu beteiligen. Wir können nur Erfolg haben, wenn viele BürgerInnen mitmachen, wir brauchen Sie!


Wir brauchen die Arberger und Mahndorfer Marsch als Naherholungsgebiet!
Der "Erlebnisraum Flußlandschaft Weser" muß nicht erst für viel Geld geschaffen werden, wir haben ihn, jetzt, gut zugänglich, für alle.

Es gibt in Bremen z.Zt. genügend Flächen, die für neue Gewerbeansiedlungen genutzt werden können. Es kann nicht widerstandlos hingenommen werden, daß Bremen sein grünes Kapital verschleudert.

Die einfache Formel: "Neues Gewerbegebiet = neue Arbeitsplätze ist eine Vortäuschung falscher Tatsachen. Das Beispiel der schon zerstörten Hemelinger Marsch zeigt deutlich, daß ein Bedarf an Flächen überhaupt nicht vorhanden ist.
Dieser unsinnige, gigantische Verbrauch an Flächen steht auch im krassen Widerspruch zur "Agenda 21", die einen nachhaltigen Umgang mit der Natur fordert. Schirmherr der "Lokalen Agenda 21" hier in Bremen ist unser Bürgermeister Scherf. Aber, er ist eben nur "Schirmherr", denn in seiner konkreten Politik handelt er entgegengesetzt zu den Zielen der Agenda.


Internet Umsetzung:
Dipl.-Inform. Kai Hofmann, [hofmann@hofmann-int.de] - Bremen, 2007-12-02